Warum man im vierten Stock des Radio Kaikan beginnen sollte
Ich komme direkt zur Sache: Eine Akihabara-Pilgerreise beginnt korrekt bei Kotobukiya im vierten Stock des Radio Kaikan. Viele Anfänger starten im ersten Untergeschoss und arbeiten sich nach oben vor, doch so verpasst man die wichtigen Neuerscheinungsausstellungen, wenn die Energie zur Neige geht. Seit der Renovierung 2015 hat jede Etage des Radio Kaikan ihren eigenen Charakter. Im vierten Stock bei Kotobukiya befinden sich die Dekomas-Neuerscheinungen und der Vorbestellungsschalter. Hier erscheinen drei Monate vor Verkaufsstart die Prototypen erstmals in den Vitrinen.
Man muss um 10:30 Uhr, direkt nach Ladenöffnung, hineingehen. Nach der Mittagszeit drängen sich Touristen in dreifacher Reihe vor den Vitrinen. Dekomas unterscheiden sich von Fotos. Die Transparenz der klaren Teile an den Haarspitzen, die Abstufungen der Farbverläufe am Rocksaum, die Details der Sockelverarbeitung – diese Dinge lassen sich nicht am Monitor beurteilen. Diese zehn Minuten entscheiden, ob man vorbestellt oder abwartet.
Ab dem dritten Stock abwärts kommen die Gebrauchtwarenabteilungen. Von originalverpackter A-Ware bis zu C-Ware ohne Box ist alles dabei, aber die Preise liegen etwa 20 % über japanischen Versandseiten. Bei Gebrauchtwaren im Radio Kaikan zahlt man sozusagen eine „Touristensteuer". Hier zu kaufen bringt außer dem Andenken „in Akihabara gekauft" keinen Vorteil. Die echte Jagd beginnt erst nach Verlassen des Radio Kaikan.
Der Zeitplan der Hintergassen-Second-Hand-Läden: Vormittag und Nachmittag sind verschieden
Überquert man von Radio Kaikan aus die Chūō-dōri zur gegenüberliegenden Gasse, findet man dicht gedrängte Second-Hand-Läden von 10 bis 13 Quadratmetern. Läden im zweiten Stock ohne Firmenschild. Steigt man die Treppe hinauf, gibt es Orte, wo eine ganze Wand komplett aus Vitrinen besteht. Der Schlüssel hier ist die Wareneingangszeit. Die meisten erhalten dienstags und freitags vormittags neue Ware. Geht man mittwochnachmittags hin, ist das Gute bereits verkauft.
An einem Freitagvormittag im November 2018 um 11 Uhr erstand ich in einem Second-Hand-Laden Alters „Tōsaka Rin -15th Celebration Dress Ver.-" originalverpackt für 60 % des Listenpreises. Ein Aufkleber zeigte, dass die Ware am Vorabend eingegangen war. In der Nachbarvitrine stand auch die Saber-Dress-Version desselben Herstellers, aber mit stark beschädigter Box. Der Unterschied zwischen A- und B-Ware betrug 5.000 Yen, aber angesichts der Knickstellen in der Box würde der Wiederverkaufswert offensichtlich auf die Hälfte fallen. Ich nahm die A-Ware.
Nach 14 Uhr ist der Wareneingang sortiert. Dafür haben die Verkäufer Zeit, sodass Verhandlungsspielraum entsteht. Sagt man auf Japanisch „ちょっと高いですね" (etwas teuer), gibt es Fälle, wo sie um 10 % herunterhandeln. Aber nicht bei Neuware oder beliebter A-Ware. Nur bei B-Ware und darunter, bei Nebentiteln über zwei Jahre nach Verkaufsstart. Wenn man sich nicht verständigen kann, zeigt man den Wunschpreis in der Taschenrechner-App.
Ein weiterer Vorteil der Hintergassen-Second-Hand-Läden sind Prize-Figuren. Als Arcade-Preise herausgegebene Figuren gibt es ab 500 Yen. Viel C-Ware ohne Box, aber bei Prizes ist der Boxwert ohnehin gering, also egal. Unter den Prizes von Herstellern wie Sega und Banpresto gibt es solche mit guter Farbqualität für ein Zehntel des Scale-Preises. Zum Füllen von Lücken in der Vitrine gibt es nichts Besseres.
Nakano Broadway zweiter Stock: Was man erst in der Tiefe sieht
20 Minuten mit der JR von Akihabara, fünf Gehminuten vom Bahnhof Nakano liegt Nakano Broadway. Das Erdgeschoss ist eine gewöhnliche Einkaufspassage, aber ab dem zweiten Stock wird es anders. Die Korridore winden sich labyrinthartig, vollgepackt mit 10-Quadratmeter-Privatläden. Hier ist auch der berühmte Mandarake-Hauptsitz, aber ich beachte die namenlosen Läden daneben.
Geht man tief ins Innere des zweiten Stocks, erscheinen Läden, wo man sich fragt „Was wird hier eigentlich verkauft". In den Vitrinen stehen nebeneinander Roboter-Anime-Figuren aus den 80ern und Nendoroids von 2020. Die Besitzer sind meist über sechzig. Spricht man sie an, kommen Geschichten aus der Wonfes-Zeit vor dreißig Jahren. Viele waren Dealer zur Hochzeit der Garage Kits.
Der Vorteil solcher Läden sind Artikel ohne Preisschild. Vergriffene Scales in verstaubten Boxen im obersten Vitrinenfach. Fragt man „これはいくらですか" (Was kostet das), denkt der Besitzer lange nach. „Das kam vor zehn Jahren rein..." und nennt dann einen Preis basierend auf dem damaligen Einkaufspreis. Er kennt den Premium-Marktpreis nicht. 2019 kaufte ich ein Max Factory-Stück von 2009 zum damaligen Listenpreis. Auf dem Gebrauchtmarkt wurde es zum Dreifachen gehandelt.
Ein weiterer Reiz von Nakano Broadway sind Bonusteile. Erstauflage-Bonusteile, Event-exklusive Sockel, Shop-Bonus-Minifiguren – diese werden getrennt vom Hauptkörper verkauft. Die ursprüngliche Figur ist nicht da, nur der Bonus für 500 bis 2.000 Yen. Für Sammler, die nur den Hauptkörper ohne Bonus gekauft haben, ist das ein Schatz. Ich habe hier drei Good Smile Shop-Bonus-Acrylständer gesammelt.
Stockwerkstrategie: Warum man nicht ab dem dritten Stock hochgehen sollte
Nakano Broadway hat insgesamt vier Stockwerke. Mandarake ist vom zweiten bis vierten Stock verteilt, jedes Stockwerk führt andere Artikel. Anfänger denken „erstmal ganz nach oben" und starten im vierten Stock, aber das ist ineffizient. Der vierte Stock konzentriert sich auf Dōjinshi und Cosplay-Kostüme. Figuren gibt es nicht viele.
Die richtige Antwort ist, im zweiten Stock zu beginnen und zum dritten hochzugehen. Der zweite Stock konzentriert sich auf Neuerscheinungen und beliebte Titel. Der Anteil originalverpackter A-Ware ist hoch, die Preise relativ teuer. Hier verschafft man sich einen Marktüberblick. Im dritten Stock mischen sich alte und Nebentitel. Oft findet man hier, was man im zweiten Stock nicht gefunden hat. Dieselbe Figur kostet im zweiten Stock 20.000 Yen, im dritten 15.000 Yen. Beide sind A-Ware.
Die Treppenposition ist wichtig. In Broadway gibt es Treppen an mehreren Stellen, nimmt man nur die zentrale Rolltreppe, verpasst man die Hälfte der Läden. Die Grundroute ist ein „ㄷ-förmiger Parcours": die nördliche Endtreppe hoch und die südliche runter. Mit 30 Minuten pro Stockwerk braucht man für die zweite und dritte Etage anderthalb Stunden. Die Mittagszeit (12–13 Uhr) meidet man besser. Die Korridore sind eng, wenn sich Menschen drängen, kann man nicht einmal vor den Vitrinen stehen.
Außer Mandarake muss man unbedingt Privatläden besuchen. Orte mit handgeschriebenen „フィギュア"-Schildern. Auf 10 bis 13 Quadratmetern stapeln sich Vitrinen bis zur Decke. Da der Ladenbesitzer die Ware selbst eingekauft hat, erscheinen seltene Artikel, die es in großen japanischen Hobby-Shops nicht gibt. 2017 fand ich in einem Privatladen ein Kotobukiya-Limitededition-Sockelset. Der Hauptkörper war verkauft, nur der Sockel übrig für 3.000 Yen. Da ich dieselbe Figur als reguläre Version besaß, kaufte ich nur den Sockel und tauschte ihn aus.
Wann sollte man nach Den Den Town gehen?
Osakas Den Den Town wirkt wie eine verkleinerte Version Akihabaras, aber die Atmosphäre ist anders. Im Nipponbashi 5-chōme-Gebiet mischen sich Second-Hand- und Neuwarenläden, aber es ist ruhiger als in Tokyo. Weniger Touristen, man kann die Vitrinen für sich allein haben. Dafür beträgt die Warenmenge etwa die Hälfte Akihabaras.
Die Stärke Den Den Towns ist der Preis. Dieselbe gebrauchte A-Ware kostet 10–15 % weniger als in Akihabara. Weniger Konkurrenz, kein Druck zum schnellen Verkauf. Sucht man gebrauchte Scales ein Jahr nach Verkaufsstart, ist man hier im Vorteil. Aber Neuvorbestellungen kosten wie in Tokyo. Die Hersteller-Preisempfehlung ist festgelegt.
Geht man tief in die Gassen von Nipponbashi 5-chōme hinein, gibt es zweistöckige Second-Hand-Läden. Erdgeschoss: Prizes und Nendoroids, zweiter Stock: Scale-Figuren. Die Treppe ist steil und eng, mit großer Tasche schwer hochzukommen. Besser, man lässt sein Gepäck vor dem Hochgehen am Erdgeschoss-Tresen. Die Vitrinen im zweiten Stock sind nach Herstellern aufgeteilt. Große Hersteller wie Alter, Good Smile, Max Factory haben eigene Ecken, der Rest wird als „その他" (Sonstiges) zusammengefasst.
Geht man nach Den Den Town, empfehle ich Wochentage. An Wochenenden drängen sich Osaka-Sammler. Freitag vormittag ist am besten. Timing, wenn mittwochabends eingegangene Ware ausgestellt wird. Ich besuchte im März 2020 freitags um 11 Uhr und erstand ein originalverpacktes Kotobukiya-Stück von 2018 zum halben Preis. Der Verkäufer sagte „Gestern eingetroffen".
Versandagent, Zoll und die Kunst des Packens
Selbst wenn man in Japan kauft, ist der Transport nach Korea das Problem. Als Handgepäck mitzunehmen hängt von der Boxgröße ab. 1/7-Scales haben Boxen von etwa 30 cm Breite, 40 cm Höhe. In einen Koffer passen maximal zwei. Bei drei oder mehr braucht man einen Versandagenten.
In Tokyo Ueno oder Shinjuku gibt es mit Versandagenten kooperierende Logistikzentren. Schickt man vom Hotel per Paketdienst, verpacken sie und versenden nach Korea. Die Versandkosten werden nach Gewicht berechnet, etwa 3.000 Won pro Kilogramm. Eine 1/7-Scale wiegt mit Box etwa 1,5 kg, bei drei Stück allein 15.000 Won Versandkosten. Dazu kommt der Zoll. Die Zollfreigrenze liegt bei 800 Dollar. Darüber zahlt man 8 % des Überschusses.
Es gibt die Methode, die Box wegzuwerfen und nur den Hauptkörper mitzunehmen. Der Figurenkörper hält mit zwei, drei Lagen Luftpolsterfolie den Stößen stand. Das Boxvolumen halbiert sich, in den Koffer passen 4–5 Stück. Aber plant man Wiederverkauf, ist die Box unerlässlich. Box ja/nein macht 30 % Unterschied im Gebrauchtpreis. Die Box muss für A-Ware ohne Kantenbeschädigung sein. Ich nehme nur Oshi-Charaktere mit Box mit, den Rest werfe ich weg und verschicke separat per Versandagent.
Bei der Zollanmeldung fährt man ehrlich am besten. Hat man über 800 Dollar gekauft, trägt man es so ins Formular ein. Wird man bei Stichprobenkontrollen erwischt und nicht angemeldete Ware kommt heraus, beträgt die Geldbuße das Doppelte des Zolls. Ein, zwei Mal kommt man mit Glück durch, reist man oft, erwischt es einen irgendwann. 2019 sah ich am Flughafen Incheon, wie mein Vordermann wegen Nichtanmeldung erwischt wurde und 30 Minuten in der Zollkabine festhängt.
Fehlgeschlagene Pilgerreisen: Was Anfänger übersehen
Der häufigste Fehler beim ersten Akihabara-Besuch ist „nur berühmte Orte besuchen". Man begnügt sich damit, Wahrzeichen wie Radio Kaikan und den Kotobukiya-Hauptsitz abzuhaken. Die echten Schnäppchen findet man in namenlosen Hintergassenläden. Second-Hand-Läden im zweiten Stock ohne Schild, 10-Quadratmeter-Privatläden am Treppenende – hier liegt die Schatzkammer alter Stücke ohne Premium.
Der zweite Fehler ist Zeiteinteilung. Kommt man um 11 Uhr an und verbringt drei Stunden im Radio Kaikan, ist man nachmittags zu erschöpft für Nakano. Radio Kaikan auf anderthalb Stunden begrenzen, nach dem Mittagessen nach Nakano wechseln ist richtig. Nakano Broadway erreicht man gegen 15 Uhr. Es ist bis 19 Uhr geöffnet, also bleibt Zeit.
Der dritte Fehler ist zu wenig Bargeld. Viele Second-Hand-Läden akzeptieren keine Karten. Besonders Privatläden nur Bargeld. 2016 fand ich in Nakano eine begehrte Figur, konnte sie aber nicht kaufen, weil mir Bargeld fehlte. Ich wollte am Konbini-Geldautomaten abheben, aber meine ausländische Karte funktionierte nicht. Am nächsten Tag war die Figur bereits verkauft. Jetzt nehme ich mindestens 100.000 Yen Bargeld mit.
Der vierte Fehler ist Verpackungsmaterial zu ignorieren. Hat man Figuren gekauft, muss man separat Luftpolsterfolie und Klebeband kaufen. Second-Hand-Läden verpacken nur behelfsmäßig. Eine Lage Zeitungspapier ist alles. Verpackt man beim Kofferpacken im Hotel nicht ordentlich, brechen Teile ab. Seit ich beim ersten Besuch ein Nendoroid-Austauschhandteil zerbrochen habe, kaufe ich im 100-Yen-Shop drei Rollen Luftpolsterfolie.
Zeitbasierte Strategie: Morgen, Mittag, Abend erfordern unterschiedliche Bewegungen
Vormittag (10–12 Uhr) ist für Neuerscheinungs-Check und Wareneingangsbestätigung. Bei Kotobukiya im vierten Stock des Radio Kaikan Dekomas ansehen, Vorbestellung entscheiden, 2–3 Hintergassen-Second-Hand-Läden für Freitags-Wareneingang abklappern. In dieser Zeit sind wenige Touristen, gut für Vitrinenfotos. Verkäufer haben Zeit, Fragen sind willkommen.
Mittag (12–13 Uhr) ist Reisezeit. Von Akihabara nach Nakano 20 Minuten mit der JR. Geht man jetzt in Second-Hand-Läden, sind die Korridore verstopft und man sieht nichts richtig. Besser in Bahnhofsnähe Nakano zu Mittag essen und dann in Broadway einsteigen. Im Erdgeschoss von Nakano Broadway gibt es auch Restaurants, aber keine Plätze.
Nachmittag (14–17 Uhr) ist konzentrierte Nakano-Erkundung. Ab Privatläden im zweiten Stock starten, durch den dritten Stock Mandarake bis zum vierten Stock im „ㄷ-förmigen Parcours" durchlaufen. In dieser Zeit sind Menschen da, aber dennoch ruhiger als in Akihabara. Zehn Minuten vor Vitrinen stehen, ohne Blicke zu ernten. Ladenbesitzer stellen Ware aus, neue Artikel erscheinen in Echtzeit.
Abend (17–19 Uhr) ist für Abschluss und Verhandlung. Den Tag zusammenfassen, entscheiden ob kaufen oder abwarten. In dieser Zeit sind Verkäufer mit Feierabendvorbereitung beschäftigt. Preisverhandlung funktioniert nicht. Stattdessen mit der Entschlossenheit „wenn nicht heute, dann nie" zahlen. Japanische Second-Hand-Läden haben schnelle Rotation. Die A-Ware-Figur von heute ist morgen früh verkauft.
Warum kostet dieselbe Figur in jedem Laden anders
Der Gebrauchtmarkt bewegt sich nach Angebot und Nachfrage. In Akihabara viele Touristen, also hohe Preise. Nakano hat einen höheren Anteil lokaler Sammler, näher am Marktwert. Den Den Town hat wenig Ware, Raritäten sind teuer, Häufiges günstig. Selbst innerhalb derselben Stadt hat jeder Laden andere Ankaufspolitik.
Große Ketten verwalten Marktpreise per Datenbank. Barcode scannen zeigt landesweiten Durchschnitts-Gebrauchtpreis. Darauf basierend wird der Preis ±10 % festgelegt. Privatläden legen den Preis nach Bauchgefühl des Besitzers fest. Oft wissen sie nicht, was sie vor zehn Jahren zahlten oder zu welchem Preis es jetzt verkauft wird. Daher findet man in Privatläden teure Artikel günstig oder kauft umgekehrt Häufiges teuer.
Der Boxzustand ist eine Variable. A-Ware darf nicht eine einzige Delle an den Boxecken haben. B-Ware hat 1–2 sichtbare Beschädigungen. C-Ware hat keine Box. Dieselbe Figur erscheint gleichzeitig als A-Ware für 20.000 Yen, B-Ware für 15.000 Yen, C-Ware für 10.000 Yen. Der Zustand des Hauptkörpers ist bei allen drei perfekt, aber eine Box teilt den Preis. Plant man keinen Wiederverkauf, geht auch C-Ware. Ich kaufe Oshi als A-Ware, den Rest als B-Ware.
Die Saison beeinflusst auch. Im Dezember Jahresende und März Geschäftsjahresende steigt das Gebrauchtangebot. Sammler räumen ihre Vitrinen auf. Steigendes Angebot senkt Preise. Umgekehrt im Juli–August Sommerhochsaison drängen Touristen, Preise steigen. Dieselbe Figur kostet im März 12.000 Yen, im August 15.000 Yen.
Häufig gestellte Fragen
Akihabara oder Nakano – wohin sollte man gehen, wenn man sich nur für eines entscheidet?
Für Neuerscheinungen Akihabara, für alte Stücke und Raritätenjagd Nakano. Akihabaras Stärken sind Dekomas-Ausstellung und Vorbestellungsannahme, im vierten Stock des Radio Kaikan kann man Prototypen vor Verkaufsstart real sehen. Bei Nakano Broadway gibt es in Privatläden im zweiten Stock Fälle, wo zehn Jahre vergriffene Scales zum Listenpreis erscheinen, vorteilhaft für Sammler, die alte Lineups bestimmter Werke vervollständigen. Für den ersten Besuch empfehle ich Akihabara.
Ist Preisverhandlung in Second-Hand-Läden wirklich möglich?
Möglich bei B-Ware und darunter, unpopuläre Titel über zwei Jahre nach Verkaufsstart. Sagt man auf Japanisch „ちょっと高いですね" oder zeigt den Wunschpreis auf dem Taschenrechner, gibt es Fälle mit Anpassung um 10 %. Aber beliebte A-Ware oder originalverpackte Neuware bleibt beim Listenpreis. In 10-Quadratmeter-Privatläden höhere Erfolgsrate als bei großen Ketten, nach 14 Uhr bei weniger Kunden vorteilhafter.
Vor Ort gekaufte Figuren – mit Box oder nur Hauptkörper mitnehmen?
Wiederverkauf geplant, Box unerlässlich, lebenslange Sammlung, nur Hauptkörper reicht. Box ja/nein macht 30 % Unterschied im Gebrauchtpreis, für A-Ware-Einstufung darf die Box keine Kantenbeschädigung haben. Nur Hauptkörper in drei Lagen Luftpolsterfolie verpackt passen 4–5 Stück in den Koffer, mit Box maximal zwei. Ich nehme nur Oshi mit Box mit, den Rest werfe ich weg und verschicke separat per Versandagent.
Wie sollte man den Zeitplan für den ersten Pilgertag gestalten?
Ich empfehle diese Reihenfolge: 10 Uhr Kotobukiya vierter Stock Radio Kaikan Neuerscheinungs-Check → 11 Uhr 2–3 Hintergassen-Second-Hand-Läden → 12 Uhr Reise und Mittagessen → 14 Uhr Nakano Broadway zweiter bis dritter Stock Erkundung → 17 Uhr finale Kaufentscheidung. Verbringt man über drei Stunden im Radio Kaikan, ist die Nachmittagsenergie am Boden, daher auf anderthalb Stunden begrenzen und mehr Zeit für Nakano einplanen ist effizienter. Freitagvormittag kann man Wareneingang erwischen.
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Mögen auch heute gute Begegnungen Ihre Vitrine erreichen.