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YOSIMARKET COLUMN

Die Gradtabelle vor der Vitrine im Gebrauchtwarenladen lesen: Wie der japanische Gebrauchtmarkt für Figuren funktioniert

Das Gradsystem des japanischen Gebrauchtmarkts für Figuren ist nicht nur eine Zustandsangabe, sondern ein Versprechen, das die gesamte Wiederverkaufskultur trägt. Wenn man versteht, warum ein einziger Gradunterschied zwischen A und B sich mit über 30 % im Preis niederschlägt, warum die Aufbewahrung der Originalverpackung als Pflicht eines Sammlers gilt und wie zehnjahre alte vergriffene Artikel wie neu zirkulieren, ändern sich die Erfolgschancen bei der Gebrauchtwarenjagd.

Die Gradtabelle vor der Vitrine im Gebrauchtwarenladen lesen: Wie der japanische Gebrauchtmarkt für Figuren funktioniert
Photo: Danny Choo / CC BY-SA

Die Gradtabelle vor der Vitrine im dritten Stock des Nakano Broadway lesen

Vor einer Vitrine im Gebrauchtwarenladen im dritten Stock des Nakano Broadway. Neben einer Scale-Figur von Azusa Nakano aus »K-On!« von 2012 klebt ein kleines Etikett mit der Aufschrift „A/B". Auf dem Preisschild steht 8.800 Yen. Dasselbe Produkt fand ich auch in einem Nebenregal, dort mit Grad „B/C" für 6.500 Yen. Sie sehen identisch aus, doch der Preisunterschied beträgt 35 %. Um es gleich vorwegzunehmen: Das Gradsystem des japanischen Gebrauchtmarkts für Figuren ist nicht nur eine einfache Zustandsangabe, sondern ein Versprechen, das das gesamte Ökosystem des Gebrauchthandels trägt. Wer dieses Versprechen nicht versteht, erleidet bei der Jagd nach vergriffenen Artikeln unnötige Verluste oder schleppt Produkte in zweifelhaftem Zustand nach Hause.

Die Gebrauchtgrade der großen japanischen Hobbyshops teilen sich im Wesentlichen in zwei Teile. Der Buchstabe vor dem Schrägstrich bezeichnet den Zustand des Hauptkörpers, der dahinter den Zustand der Verpackung. S-Grad bedeutet ungeöffnete Neuware, A-Grad geöffnet, aber fast wie neu, B-Grad leichte Gebrauchsspuren, C-Grad deutliche Kratzer oder Fehlstellen. In diesen scheinbar simplen vier Stufen sind 15 Jahre japanischer Sammlerkultur komprimiert.

Der Einfluss einer einzigen Gradstufe auf den Preis ist größer als man denkt. Zwischen A-Grad und B-Grad des Hauptkörpers entsteht üblicherweise eine Preisdifferenz von 20 bis 40 %, und wenn die Verpackung auf C-Grad fällt, habe ich mehrfach erlebt, dass der Preis halbiert wird, egal wie makellos der Hauptkörper ist. Warum? Weil der japanische Gebrauchtmarkt für Figuren unter der Prämisse funktioniert, dass „man es an den nächsten Besitzer weiterverkauft".

Die Verpackung ist kein Produkt, sondern ein Vertrag

In koreanischen Communities stehen sich die Meinungen „Verpackung wegwerfen schafft mehr Platz in der Vitrine" und „Verpackung auf jeden Fall aufbewahren" unversöhnlich gegenüber. Der japanische Gebrauchtmarkt hat sich auf die letztere Seite geschlagen. Da das Vorhandensein der Verpackung den Wiederverkaufspreis bestimmt, werfen Sammler ihre Verpackungen nicht weg, und weil es viele Sammler gibt, die Verpackungen aufbewahren, stufen die Gebrauchtläden auch den Verpackungszustand detailliert ein – ein positiver Kreislauf.

Als Beispiel nehme ich die 1/8-Scale-Figur von Mami Tomoe aus »Puella Magi Madoka☆Magica« von Alter aus den frühen 2010er-Jahren. Wenn sowohl Hauptkörper als auch Verpackung A-Grad hatten, hielt sich der Gebrauchtpreis bei 80 bis 90 % des Originalpreises, doch ohne Verpackung fiel derselbe Hauptkörper auf 40 bis 50 % des Originalpreises. Das bedeutet, dass die Verpackung nicht nur ein Verpackungsmaterial ist, sondern als Zertifikat fungiert: „Dieses Produkt wurde über offizielle Kanäle vertrieben, und der vorherige Besitzer hat es gewissenhaft gepflegt."

Ich habe einmal direkt beobachtet, wie ein Mitarbeiter eines Gebrauchtladens die Grade vergibt. Den Hauptkörper prüft er mit einer Lupe auf Nahtstellen der Teile und abgeplatzte Farbe, bei der Verpackung werden sogar verbeulte Ecken und Klebereste überprüft. Auch die Verfärbung des Blisters (durchsichtige Innenverpackung) fließt in die Bewertung ein. In Korea denkt man leicht „Letztlich schaut man ja nur auf den Hauptkörper", doch die japanische Marktkultur berücksichtigt sogar den Druckzustand der Verpackungsinnenseite im Preis.

Eine Verpackung wegzuwerfen bedeutet, auf die Hälfte des Wiederverkaufswertes zu verzichten. Deshalb nehmen japanische Sammler beim Umzug auch die Verpackungen mit und schaffen sich separate Aufbewahrungsboxen speziell für Verpackungen an, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Das mag übertrieben erscheinen, aber dank dessen landen auch zehn Jahre alte vergriffene Artikel mit makelloser Verpackung auf dem Gebrauchtmarkt.

Photo: bochalla / CC BY-SA

Wie liest man die Gradtabelle für Gebrauchtfiguren?

Die großen japanischen Versandhandelsseiten und die Gebrauchtläden in Akihabara verwenden weitgehend ähnliche Gradsysteme, allerdings unterscheiden sich die Detailkriterien von Laden zu Laden leicht. S-Grad ist bei den meisten als ungeöffnete Neuware einheitlich definiert, A-Grad bedeutet „geöffnet, aber nur ausgestellt oder kaum berührt", B-Grad „Gebrauchsspuren vorhanden, aber keine auffälligen Beschädigungen", C-Grad „Kratzer, Verfärbungen, Fehlstellen vorhanden" als Grundgerüst. Manche Gebrauchtläden führen auch Zwischengrade wie A+ oder S- und fügen auf der Detailseite Textbeschreibungen wie „winziger Kratzer auf der Rückseite des Sockels" oder „eine Ecke des Blisters verfärbt" hinzu.

Beim Lesen der Gradtabelle ist es vorteilhaft, zuerst auf die Stelle hinter dem Schrägstrich zu schauen, also auf den Verpackungsgrad. Auch wenn der Hauptkörper A-Grad hat, ist er bei C-Grad-Verpackung anfällig für Stöße beim Versand und auch beim späteren Weiterverkauf im Nachteil. Umgekehrt bedeutet Hauptkörper B-Grad / Verpackung A-Grad zwar leichte Gebrauchsspuren am Hauptkörper (Staubablagerungen, winzige Kratzer auf transparenten Teilen), aber für die Ausstellung kein Problem, und dank der Verpackung sind sowohl Aufbewahrung als auch Wiederverkauf unkompliziert.

Ein Punkt, den Anfängersammler häufig falsch verstehen: B-Grad bedeutet nicht gleichbedeutend mit mangelhafter Ware. B-Grad bedeutet eher „jemand hat es einige Monate bis Jahre lang in einer Vitrine ausgestellt". Nach den Maßstäben japanischer Gebrauchtläden wird bereits dann kein A-Grad vergeben, wenn zwischen den Haarspitzen transparenter Teile Staub steckt oder auf der Rückseite des Sockels ein einziger unsichtbarer Kratzer ist. Das bedeutet, dass Produkte, die nach koreanischem Empfinden A-Grad wären, oft als B-Grad eingestuft werden.

Auch die Detailbeschreibungen neben dem Grad sind wichtig. Vermerke wie „ohne Bonus", „Blister neu versiegelt" oder „Anleitung geknickt" senken den Preis zusätzlich. Produkte ohne Bonusartikel (Erstauflagen-Zusatzteile, Postkarten etc.) werden selbst bei S-Grad für Hauptkörper und Verpackung nur zu 70 bis 80 % des Originalpreises gehandelt. Dies zeigt, wie sehr Sammler Bonusartikel schätzen.

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Warum sind japanische Gebrauchtfiguren auch nach zehn Jahren noch makellos?

Ich habe einmal gebraucht die 1/8-Scale-Figur „Lat-Stil-Ver." von Hatsune Miku aus »Vocaloid« von Good Smile Company aus dem Jahr 2009, Erstauflage, erworben. Ich kaufte sie 2023, und abgesehen von einer leichten Ausbleichung an den Verpackungsecken war der Hauptkörper makellos, als wäre er gerade ausgepackt worden. Ein 14 Jahre altes Produkt. Solche Fälle sind auf dem japanischen Gebrauchtmarkt nicht die Ausnahme, sondern die Norm.

Es gibt drei Gründe dafür. Erstens betrachten japanische Sammler Figuren als „Vermögenswerte, die man irgendwann verkauft". In Korea ist die Tendenz stark, „einmal gekauft bis zum Ende durchzuziehen", doch in Japan ist die Fluktuationsrate hoch: Wenn sich der Geschmack ändert oder die Leidenschaft für einen Charakter nachlässt, wird über den Gebrauchtmarkt verkauft und eine neue Figur gekauft. Deshalb erfolgt die Pflege von vornherein mit Blick auf den Wiederverkauf.

Zweitens werden direktes Sonnenlicht und Feuchtigkeit strikt abgeschirmt. In den Vitrinen der Akihabara-Gebrauchtläden sind UV-Schutzglas und Entfeuchter Standard, und auch Privatsammler installieren LED-Beleuchtung in ihren Vitrinen und blockieren Sonnenlicht mit Jalousien. Wegen der engen Räumlichkeiten japanischer Wohnungen stapeln viele die Figuren mitsamt Verpackung – was paradoxerweise Verfärbungen und Staub abhält.

Drittens ist das Prüfsystem der Gebrauchtläden selbst sehr streng. Die großen Versandhandelsseiten lassen eingehende Gebrauchtfiguren von spezialisierten Mitarbeitern einzeln auspacken, auf fehlende Teile, Verfärbungen und abgeplatzte Farbe prüfen und dann die Grade vergeben. Dabei werden Produkte mit zweifelhaftem Zustand entweder separat als „Ersatzteile (ジャンク)" verkauft oder entsorgt. Deshalb sind als A-Grad / B-Grad eingestufte Produkte tatsächlich vertrauenswürdig.

Hier liegt der Grund, warum koreanische Direktimporteure japanische Gebrauchtläden bevorzugen. Um die Alter-Figur Saber „Excalibur" aus »Fate/stay night« von 2015, Neuauflage, als Neuware zu kaufen, müsste man den Originalpreis plus Aufschlag zahlen, doch findet man ein A/A-Grad-Gebrauchtstück, bekommt man quasi Neuwertiges für 60 bis 70 % des Originalpreises. Selbst unter Berücksichtigung von Versanddienstleister-Gebühren und Zoll lohnt es sich.

Photo: IQRemix / CC BY-SA

Die Kunst der Jagd nach vergriffenen Artikeln: Timing und Suchbegriffe

Vergriffene Scale-Figuren gebraucht zu finden ist keine Glückssache, sondern Können. Der japanische Gebrauchtmarkt ist ein hochfrequenter Markt, auf dem täglich Hunderte Figuren ein- und ausgehen, sodass man nicht vorhersagen kann, wann das gewünschte Produkt auftaucht. Aber es gibt einige Muster.

Zunächst sollte man auf die saisonalen Großputzzeiten abzielen. In Japan steigt das Gebrauchtangebot deutlich Ende März (Jahresabschluss), Mitte August (Obon-Feiertage) und Ende Dezember (Jahresende). Da Umzugszeit und Feiertage zusammenfallen, räumen Sammler ihre Sammlungen auf. In diesen Zeiten tauchen auch seltene Artikel auf, die man sonst kaum sieht.

Auch bei den Suchbegriffen braucht es Strategie. Sucht man nur nach Charakternamen, vermischen sich Preisfiguren und Nendoroids, daher verwendet man zusätzlich Filter wie „1/7", „1/8", „スケール (Scale)". Mit Herstellernamen (ALTER, Good Smile Company, Max Factory) steigt die Genauigkeit. Es gibt auch die fortgeschrittene Technik, nach Prototyp-Künstlernamen (Amakuni, Tony Taka, bun150) zu suchen, aber das nutzt man nur, wenn man Fan des jeweiligen Künstlers ist.

Viele Sammler nutzen auch Benachrichtigungsfunktionen bei Neuzugängen. Manche japanischen Versandhandelsseiten erlauben es, bestimmte Suchbegriffe oder Produktnamen zu registrieren und benachrichtigen per E-Mail, wenn das entsprechende Gebrauchtstück eingeht. Da die Benachrichtigungen oft um 2 bis 3 Uhr nachts kommen, lassen Durchhalte-Enthusiasten die Smartphone-Benachrichtigung eingeschaltet und greifen zu. Beliebte vergriffene Artikel sind innerhalb weniger Stunden nach Eingang verkauft – ein Kampf ums Timing.

Man braucht auch ein Auge für Preisentwicklungen. Derselbe Artikel schwankt je nach Zeitpunkt im Gebrauchtpreis. Wenn eine Neuauflage angekündigt wird, sinkt der Gebrauchtpreis, und wenn die Neuauflage wieder vergriffen ist, schießt er in die Höhe. Als Good Smile Company 2018 die 1/7-Scale-Figur von Maki Nishikino aus »Love Live!« neu auflegte, fiel der Gebrauchtpreis innerhalb einer Woche um fast 30 %. Umgekehrt steigt der Gebrauchtpreis der Erstauflage ohne Neuauflage nach zehn Jahren auf das Zwei- bis Dreifache des Originalpreises.

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Die Lücke zwischen Dekomas und Serienprodukt – ein Problem, dem man auch bei Gebrauchtwaren nicht entkommt

Auch beim Kauf von Gebrauchtfiguren bleibt die Lücke zwischen Dekomas und Serienprodukt eine Variable. Besonders bei Veröffentlichungen aus den frühen bis mittleren 2010er-Jahren gibt es Fälle, in denen die auf dem Wonder Festival oder der Mega Hobby Expo ausgestellten bemalten Muster und die Bemalungsqualität der Serienprodukte deutlich voneinander abweichen. Dass es sich um Gebrauchtwaren handelt, befreit nicht von diesem Problem.

Bei Gebrauchtwaren ist es Standard, zuerst nach Rezensionen der Serienprodukte zu suchen. In den Auspack-Reviews (開封レビュー) japanischer Sammler oder in Belegfotos koreanischer Communities kann man Details wie Farbton der Bemalung, Nahtstellen der Teile und Sockelverarbeitung der tatsächlichen Serienprodukte prüfen. Besonders bei feinen Bereichen wie Haarverläufen oder Hautton sollte man nicht nur anhand von Dekomas-Fotos urteilen.

Die Gradtabelle der Gebrauchtläden gibt nur den „Zustand" an, garantiert aber nicht die „Qualität". Auch bei A/A-Grad kann ein Produkt enttäuschen, wenn die ursprüngliche Serienqualität mangelhaft war. Deshalb ist auch bei der Gebrauchtjagd die Vertrauenswürdigkeit des Herstellers weiterhin wichtig. Hersteller wie Alter oder Max Factory haben eine vergleichsweise kleine Lücke zwischen Dekomas und Serienprodukt, während sie bei manchen kleineren Herstellern groß sein kann.

Andererseits gibt es auch Schätze, denen man nur auf dem Gebrauchtmarkt begegnet. Unter den Scale-Figuren mit alten Formen aus der Mitte bis Ende der 2000er-Jahre gibt es viele, die nach heutiger Technik rustikal wirken, aber die Handschrift der damaligen Prototyp-Künstler unverfälscht bewahren. Teilezusammensetzungen oder Sockeldesigns, die man im heutigen Produktionssystem nicht mehr sieht, sind ihr Reiz. Solche Produkte gibt es nur gebraucht, und findet man ein Exemplar in gutem Zustand, strahlt die Seltenheit in der Vitrine.

Photo: IQRemix / CC BY-SA

Was man beim Direktimport von Gebrauchtfiguren beachten sollte

Um direkt bei japanischen Gebrauchtläden zu kaufen, muss man über einen Versanddienstleister oder Direktimport-Service gehen. Dabei gibt es einige Fallen. Erstens muss man vorab Verpackungsgröße und Gewicht prüfen. Scale-Figur-Verpackungen sind größer als gedacht. Selbst eine einzelne 1/8-Scale-Figur hat oft ein Verpackungsvolumen von etwa 30×30×40 cm, sodass die Volumengewichtsgebühr des Versanddienstleisters höher ausfallen kann als das tatsächliche Gewicht.

Zweitens unterscheidet sich die Möglichkeit des Auslandsversands von Gebrauchtladen zu Gebrauchtladen. Manche großen Versandhandelsseiten bieten eigenen internationalen Versand an, aber kleinere Läden oder Offline-Geschäfte versenden nur an japanische Inlandsadressen. Man sollte vorab prüfen, ob die Adresse des Versanddienstleisters akzeptiert wird.

Drittens muss man Zoll und Mehrwertsteuer in die Rechnung einbeziehen. Nach Stand 2024 klassifiziert die koreanische Zollbehörde Figuren als Spielwaren (HS-Code 9503) mit 0 % Zoll und 10 % Mehrwertsteuer. Übersteigt der Gesamtbetrag einschließlich Versandkosten 150.000 Won, fallen Steuern an, daher muss man Produktpreis plus Versanddienstleistergebühr plus Zoll addieren und mit den inländischen Preisen vergleichen, um die Vorteilhaftigkeit zu beurteilen.

Viertens sind Rücksendungen und Umtausch fast unmöglich. Erwarten Sie nicht „Rückerstattung bei Nichtgefallen" wie bei inländischen Online-Shops. Bei Gebrauchtwaren werden außer den in der Produktbeschreibung angegebenen Mängeln keine Rückgabegründe anerkannt, und ging es über einen Versanddienstleister, kostet allein der Hin- und Rückversand mehrere Zehntausend Won. Deshalb ist es wichtig, vor dem Kauf die Detailfotos und Gradbeschreibungen gründlich zu lesen.

Auch Beschädigungen während des Versands sind eine Variable. Viele japanische Gebrauchtläden verpacken die Verpackung nur mit einer Lage Luftpolsterfolie. Es ist sicherer, beim Versanddienstleister um zusätzliches Polstermaterial zu bitten oder eine Versicherung abzuschließen. Besonders bei einteiligen Figuren ohne abnehmbaren Sockel oder Produkten mit langen Teilen (Schwerter, Flügel etc.) ist das Beschädigungsrisiko hoch.

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Neuauflage vs. gebrauchte Erstauflage – was wählen?

Wenn für einen beliebten vergriffenen Artikel eine Neuauflage angekündigt wird, beginnt unter Sammlern die Debatte: „Neuauflage vorbestellen oder gebrauchte Erstauflage kaufen?" Es gibt keine richtige Antwort, aber es gibt Entscheidungskriterien.

Die Vorteile einer Neuauflage sind klar: Neuware, Verpackung und Bonus intakt, Preis zum Originalpreis. Bei neueren Neuauflagen bleiben die Prototypdaten erhalten, sodass es kaum Qualitätsunterschiede zur Erstauflage gibt. Der Nachteil hingegen ist, dass man sich auf das Veröffentlichungsdatum nicht verlassen kann. Es ist üblich, dass Neuauflagen-Vorbestellungen angenommen und die Veröffentlichung dann um 6 Monate bis ein Jahr verschoben wird. Die Gründe sind vielfältig: Fabriksituation des Herstellers, Materiallieferprobleme, zu geringe Vorbestellungszahlen.

Der Vorteil gebrauchter Erstauflagen ist, dass man sie sofort in Händen halten kann. Ohne Warten kann man sie direkt in die Vitrine stellen. Manchmal sind auch Erstauflagen-exklusive Boni (spezielle Sockel, Wechselteile) enthalten. Die Nachteile sind Preis und Zustand. Bei beliebten Artikeln liegt der Gebrauchtpreis über dem Originalpreis, und selbst bei A-Grad muss man leichte Gebrauchsspuren in Kauf nehmen.

Persönlich handhabe ich es so: Bei Oshi-Charakteren (absoluten Favoriten) warte ich auf die Neuauflage. Egal wann sie erscheint, ich möchte sie als Neuware begrüßen. Hingegen bei Charakteren der Kategorie „wäre schön in der Vitrine" suche ich nach gebrauchtem A-Grad. Ist der Preisunterschied nicht groß und der Zustand gut, gibt es keinen Grund, auf eine Neuauflage zu warten.

Es gibt auch Fälle, in denen sich Neuauflage und Gebrauchtpreis umkehren. Nach Neuauflagen-Ankündigung stürzt der Gebrauchtpreis der Erstauflage ab, sodass die Gebrauchware billiger ist als der Neuauflagen-Originalpreis. In solchen Fällen ist Gebrauchtes überwältigend vorteilhaft. Als Max Factory 2019 die 1/7-Scale-Figur von Jeanne d'Arc Alter aus »Fate/Grand Order« neu auflegte, fiel der A-Grad-Gebrauchtpreis auf etwa 70 % des Neuauflagen-Originalpreises.

FAQ

Wie unterscheiden sich japanische Gebrauchtfiguren von inländischen Gebrauchtwaren?

Der japanische Gebrauchtmarkt verfügt über ein detailliertes Gradsystem und ein standardisiertes Prüfsystem, sodass A-Grad-Produkte tatsächlich nahezu Neuwarenqualität haben. Im Inland überwiegt der Privathandel mit großen Zustandsschwankungen, und ohne genaue Prüfung von Verpackung oder Bonusartikeln kann man Ware in unerwartetem Zustand erhalten. In Japan garantieren Gebrauchtläden als Zwischeninstanz Prüfung und Grad, was die Vertrauenswürdigkeit erhöht, aber auch die Preise entsprechend höher ansetzt.

Bedeutet Gebrauchtgrad B, dass Mängel vorliegen?

Nein. B-Grad bedeutet etwa „Ausstellungsgebrauchsspuren vorhanden" und entspricht nach koreanischem Empfinden oft nahezu A-Grad. Bereits bei Staubspuren auf Haarteilen, winzigen Kratzern auf der Sockelrückseite oder einseitiger Blisterverfärbung wird B-Grad vergeben. Eindeutige Mängel wie Beschädigungen oder abgeplatzte Farbe werden separat als C-Grad oder „Ersatzteile (ジャンク)" klassifiziert, daher ist B-Grad für die Ausstellung völlig problemlos.

Kann man Gebrauchtfiguren ohne Verpackung kaufen?

Wenn Sie vorhaben, sie dauerhaft zu behalten und keinen Weiterverkauf planen, spielt es keine Rolle. Produkte ohne Verpackung sind bei gleichem Zustand 30 bis 50 % günstiger, also preiswert. Allerdings muss man in Kauf nehmen, dass das Beschädigungsrisiko bei Aufbewahrung und Umzug groß ist und der Wert bei einem späteren Sinneswandel beim Verkauf halbiert wird. Die Verpackung ist Lebenslauf und Vermögensnachweis der Figur zugleich.

Worauf sollte man beim Direktimport aus japanischen Gebrauchtläden am meisten achten?

Lesen Sie Detailbeschreibungen und Gradangaben gründlich und prüfen Sie, ob Bonusartikel oder Zubehörteile fehlen. Da Rücksendungen nahezu unmöglich sind, ist vor dem Kauf die einzige Prüfgelegenheit. Sie müssen Versandkosten und Zoll addieren und mit inländischen Preisen vergleichen, um den tatsächlichen Vorteil zu berechnen, und bei großem Verpackungsvolumen fallen Volumengewichtsgebühren an – prüfen Sie vorab die Gebührentabelle des Versanddienstleisters. Auch eine Versicherung gegen Transportschäden ist eine Überlegung wert.

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Möge auch heute eine gute Begegnung Ihre Vitrine erreichen.