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YOSIMARKET COLUMN

Warum Sie dem Ratschlag „Meiden Sie Zustandsklasse B" nicht glauben sollten: Wie das japanische Gebrauchtfiguren-Bewertungssystem funktioniert

Das Bewertungssystem japanischer Second-Hand-Shops klassifiziert Figuren von A bis C nach Kriterien wie Versiegelung, Kartonzustand und Vollständigkeit des Zubehörs, wobei selbst B-Ware meist originalversiegelt ist. Wer die Bewertungstabelle richtig liest, kann vergriffene Scales günstiger als Neuware erwerben.

Warum Sie dem Ratschlag „Meiden Sie Zustandsklasse B" nicht glauben sollten: Wie das japanische Gebrauchtfiguren-Bewertungssystem funktioniert
Photo: Danny Choo / CC BY-SA

Die Angewohnheit, beim Anblick eines B in der Bewertungstabelle den Warenkorb zu leeren

Als ich in der Gebrauchtabteilung eines großen japanischen Hobbyshops eine gesuchte vergriffene Scale entdeckte und in der Bewertungsspalte ein „B" sah, schloss ich die Seite. Ich befolgte blindlings den Community-Rat, nur A-Ware zu kaufen. Drei Monate später war der Marktpreis dieser Figur um das 1,5-fache gestiegen, und erst da begann ich, die Bewertungstabelle richtig zu lesen. Ich erfuhr verspätet, dass das „B" in B-Klasse nicht „defekt" bedeutet, sondern den Kartonzustand beschreibt – und dass die Figur selbst ungeöffnet sein kann.

Das Bewertungssystem des japanischen Gebrauchtfigurenmarkts klassifiziert von A bis C anhand einer Kombination aus Versiegelungszustand, Kartonsschäden und Vollständigkeit des Zubehörs. Selbst innerhalb der B-Klasse sind „Karton mit Delle an der Ecke, Figur ungeöffnet" und „Figur nach dem Öffnen neu verpackt, Karton einwandfrei" völlig verschiedene Artikel. Wer nur nach dem Bewertungsbuchstaben urteilt, verpasst entweder gut erhaltene vergriffene Stücke oder erhält Ware unterhalb der Erwartungen. Kurz gesagt: Die Bewertungstabelle ist keine Geheimschrift, sondern eine Anleitung. Wenn man die von jedem Shop veröffentlichten Bewertungskriterien mit den Detailbeschreibungen auf der Produktseite abgleicht, lassen sich selbst unter B-Ware nagelneue Stücke herausfiltern.

Warum japanische Gebrauchtfiguren selbst nach 10 Jahren wie neu aussehen

Als ich 2023 eine 1/8-Scale von Alter aus dem Jahr 2012 gebraucht erwarb, war nicht einmal das Blisterband geöffnet. Wegen einer winzigen Druckstelle an der Kartonecke wurde sie als B-Klasse eingestuft, doch die Figur selbst befand sich im Auslieferungszustand ab Werk. Solche Fälle sind auf dem japanischen Gebrauchtmarkt nicht außergewöhnlich. Oft werden Figuren nach dem Kauf ungeöffnet aufbewahrt und erst beim Ausmisten der Sammlung wieder verkauft.

Die Aufbewahrungskultur japanischer Sammler macht dies möglich. Die Gewohnheit, Figuren vor dem Einstellen in die Vitrine im Karton zu lagern, der Einsatz von Entfeuchtern zur Feuchtigkeitsregulierung und die Platzierung fernab direkter Sonneneinstrahlung sind Standard. Dadurch kursieren selbst über 10 Jahre alte Figuren ohne Farbveränderungen oder Teiledeformationen. Der Grund, warum in Korea gehandelte Gebrauchtwaren häufig „ohne Karton" sind, liegt dagegen oft in Platzmangel, der zum vorherigen Entsorgen des Kartons führt. Japanische Gebrauchtshops behandeln Karton, Blister, Anleitung und Zubehör als Set – fehlt auch nur ein Teil, sinkt die Bewertung. Diese Strenge schafft paradoxerweise das Vertrauen des Gebrauchtmarkts.

Ich erwarb einmal ein Nendoroid von Good Smile Company gebraucht, das bis zur Neuauflage vergriffen war. A-Klasse, Karton enthalten, gesamtes Zubehör bestätigt. Der Preis lag bei 120 % des Originalpreises, während der damalige Premium-Marktpreis 200 % überstieg. Da noch keine Neuauflage angekündigt war, blieb nur die Gebrauchtoption. Beim Öffnen des Kartons war selbst die Schutzfolie im Blister unberührt, und die Anleitung wies nicht einmal Knickspuren auf. Jemand hatte sie gekauft und nie herausgenommen.

Photo: bochalla / CC BY-SA

Zwischen Klasse A und B: Was ein einzelner Buchstabe entscheidet

Die meisten japanischen Gebrauchtshops verwenden eine Drei-Stufen-Bewertung A·B·C oder eine Vier-Stufen-Bewertung S·A·B·C. Die Detailkriterien variieren geringfügig je nach Shop, aber der Rahmen ist ähnlich. A-Klasse bedeutet ungeöffnet oder nur nach dem Öffnen ausgestellt, Karton nahezu unbeschädigt, Zubehör vollständig. B-Klasse bedeutet Karton mit Dellen oder Kratzern oder Spuren des Öffnens der Figur, teilweise fehlendes Zubehör möglich. C-Klasse bedeutet Karton stark beschädigt oder Figur mit abgeblätterter Bemalung oder verlorenen Teilen.

Wichtig ist: B-Klasse bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Figur beschädigt ist. Häufig wird „Kartonecke eingedrückt, Figur ungeöffnet" als B-Klasse bewertet. Umgekehrt kann A-Klasse bedeuten „nach dem Öffnen neu verpackt, Karton einwandfrei". Deshalb muss man unbedingt die Produktbeschreibung zusätzlich zum Bewertungsbuchstaben lesen. Bei beigefügten Fotos vergrößere ich Kartonecken, Blisterband und Teileanordnung zur Prüfung.

Als ich bei einer japanischen Versandseite eine gebrauchte Scale bestellte, sah ich bei Klasse B die Beschreibung „箱に凹み・スレあり、本体未開封" (Karton mit Delle und Kratzer, Figur ungeöffnet) und bestellte. Der angekommene Karton hatte eine etwa 1 cm eingedrückte Ecke, aber der Blister befand sich im Auslieferungszustand. Für 15 % weniger als A-Klasse hatte ich faktisch Neuware erworben. Wenn der Karton selbst kein Sammelobjekt ist, bietet B-Klasse das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Wie Suchende vergriffener Figuren die Bewertungstabelle lesen

Wenn man eine Scale sucht, die ohne Neuauflagen-Ankündigung seit über 5 Jahren vergriffen ist, bleibt nur der Gebrauchtmarkt. Wie man dann die Bewertungstabelle liest, bestimmt die Kauferfolgsquote. Erstens: Die Detailbeschreibung vor dem Bewertungsbuchstaben lesen. Prüfen, ob die Formulierung „gesamtes Zubehör bestätigt" vorhanden ist und ob Kartonsschäden den Schutz der Figur beeinträchtigen. Zweitens: Bei beigefügten Fotos die Teileanordnung im Blister prüfen. Entspricht sie der Werksverpackung, ist dies der Beweis, dass die Figur nie herausgenommen wurde.

Drittens: Die Bewertungskriterien verschiedener Shops vergleichen. Derselbe Zustand kann bei einem Shop als A-Klasse, bei einem anderen als B-Klasse eingestuft werden. Die B-Klasse eines Shops mit strengen Kriterien kann besser sein als die A-Klasse eines Shops mit lockeren Kriterien. Viertens: Die Zubehörliste mit den Original-Produktinformationen abgleichen. Besonders prüfen, ob alle Austausch-Gesichtsparts oder Handparts enthalten sind. Fehlt auch nur eines, sind die Display-Optionen eingeschränkt.

Als ich 2024 eine 1/7-Scale von Kotobukiya aus dem Jahr 2015 suchte, verglich ich den Bestand dreier japanischer Gebrauchtshops. Shop A: A-Klasse 18.000 Yen, Shop B: B-Klasse 14.000 Yen, Shop C: B-Klasse 15.500 Yen. Die Produktbeschreibung bei Shop B lautete „Figur ungeöffnet, kleiner Riss an Kartonseitenwand". Bei Shop C hieß es „nach dem Öffnen neu verpackt, Karton einwandfrei". Ich wählte Shop B, und nach der Ankunft war das Blisterband im Werkszustand. Der Kartonriss war unter 1 cm und hatte keinerlei Einfluss auf die Lagerung der Figur.

Photo: Danny Choo / CC BY-SA

Der Bewertungsklasse in der Vitrine des Gebrauchtshops leibhaftig begegnet

In der Gebrauchtabteilung im Untergeschoss von Nakano Broadway sah ich einmal dieselbe Figur nach Bewertungsklassen nebeneinander in der Vitrine. Ein Produkt wie Max Factory Figma war mit Preisschildern in A-, B- und C-Klasse ausgezeichnet. A-Klasse war ungeöffneter Blister für 15.000 Yen, B-Klasse hatte eine eingedrückte Kartonecke für 12.000 Yen, C-Klasse war ohne Karton nur in Folie verpackt für 8.000 Yen. Beim direkten Ansehen wurde die Bedeutung der Bewertungstabelle klar.

Als ich den Karton des B-Klasse-Produkts anhob, war die Ecke etwa 2 cm eingedrückt, aber der Blister unbeschädigt. Ich fragte das Personal, ob die Figur geöffnet sei, und erhielt die Antwort „Ungeöffnet bestätigt". Nur wegen des Kartonsschadens 20 % günstiger als A-Klasse. Die C-Klasse hatte keinen Karton, die Figur wurde in einfacher Verpackung aufbewahrt, und an den Gelenken haftete feiner Staub. Für die Ausstellung unproblematisch, aber der Sammlerwert eindeutig gemindert.

In der Gebrauchtabteilung von Akihabara Radio Kaikan sah ich ein Produkt mit dem Vermerk „Erstauflage-Bonus enthalten" zusätzlich zur Bewertung. Die Klasse war B, aber wegen des enthaltenen Erstauflage-Acrylständers war es teurer als A-Klasse. Ein Beweis, dass das Vorhandensein von Boni den Preis beeinflusst. Wer bei der Suche nach vergriffenen Figuren auch den Erstauflage-Bonus möchte, muss nicht nur die Bewertungstabelle, sondern auch die Bonus-Angaben prüfen.

Nijisanji Amamiya Kokoro 1/7 Scale FigureNijisanji Amamiya Kokoro 1/7 Scale Figure

Was ich beim Berechnen der Versandkosten über Paketdienste erkannte: Der Schnittpunkt von Bewertungsklasse und Preis-Leistungs-Verhältnis

Beim Direktimport aus japanischen Gebrauchtshops ändern sich unter Berücksichtigung von Paketdienstgebühren und Zoll die Kriterien für die Klassenwahl. Je größer und schwerer der Karton, desto höher die Versandkosten – daher kann die Option „ohne Karton" wirtschaftlicher sein. Tatsächlich bieten einige japanische Gebrauchtshops die Option „nur Figur versendbar" an. Wenn der Karton kein Sammelobjekt ist, ist die Strategie, nur die C-Klasse-Figur zu kaufen und Versandkosten zu sparen, wirksam.

Plant man dagegen einen Weiterverkauf, ist nur A-Klasse die Antwort. Auf dem koreanischen Gebrauchtmarkt ist „Karton enthalten, ungeöffnet" eine Bedingung für Premium-Preise. Beim späteren Weiterverkauf von als A-Klasse direkt importierten Produkten aus japanischen Gebrauchtshops kann der Preis über dem Einkaufspreis liegen. Besonders bei Limitierungen oder Event-Boni steigt der Marktwert mit der Zeit.

Als ich über einen Paketdienst zwei B-Klasse-Scales auf einmal bestellte, verdoppelten sich die Versandkosten wegen des Kartonvolumens unerwartet. Der Figurenpreis war günstig, aber die Gesamtsumme wurde der A-Klasse-Direktlieferung ähnlich. Seitdem prüfe ich vor der Klassenwahl Kartongröße und Gewicht und hole zuerst ein Versandkosten-Angebot ein. Auf den Produktseiten japanischer Gebrauchtshops sind meist Kartongröße (Breite × Tiefe × Höhe cm) und Gewicht (g) angegeben. Diese Informationen in den Paketdienst-Gebührenrechner eingegeben, lassen sich die tatsächlichen Gesamtausgaben nach Klassen vergleichen.

Photo: IQRemix / CC BY-SA

Was die Bewertungstabelle nicht sagt: Farbveränderungen und Teileverhärtung

Die Bewertungstabelle bewertet Karton, Zubehör und Versiegelungszustand, kann aber zeitbedingte Farbveränderungen der Bemalung oder Plastikverhärtung nicht berücksichtigen. Besonders bei PVC-Material kann nach über 10 Jahren der Weichmacher austreten und Klebrigkeit entstehen, oder weiße Teile können vergilben. Selbst ungeöffnete A-Klasse birgt dieses Risiko bei Produkten vor 2010.

Einige japanische Gebrauchtshops fügen den Vermerk „Bemalungszustand einwandfrei bestätigt" hinzu, aber nicht alle Shops tun dies. Ein in der Community diskutierter Fall ist die Vergilbung transparenter Teile bei Good Smile Nendoroids aus 2008. Es gibt mehrere Berichte über als A-Klasse gekaufte Ware, bei der sich beim Öffnen des Blisters der transparente Ständer gelblich verfärbt zeigte. Die Bewertungstabelle garantiert nur den Versiegelungszustand, nicht die Materialstabilität.

Beim Gebrauchtkauf älterer Produkte prüfe ich vorab die Materialeigenschaften je Hersteller. Alter oder Max Factory haben hohe Bemalungsstabilität, aber bei einigen chinesischen OEM-Produkten sind Verfärbungen auch innerhalb von 5 Jahren dokumentiert. Community-Berichte oder YouTube-Unboxing-Videos mit Suchwörtern wie „Zustand nach 10 Jahren" ermöglichen eine Einschätzung des Langzeitlagerungs-Risikos des jeweiligen Produkts.

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Häufig gestellte Fragen

Sollte man Gebrauchtware der Klasse B wirklich meiden?

Nein. B-Klasse bedeutet lediglich Kartonsschäden oder Öffnungsspuren, nicht Figurdefekte. Wenn man in der Produktbeschreibung den Vermerk „Figur ungeöffnet" findet, kann man günstiger als A-Klasse nagelneue Figuren erwerben. Wenn der Karton kein Sammelobjekt ist, bietet B-Klasse das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Unterscheiden sich die Bewertungskriterien zwischen japanischen Gebrauchtshops?

Ja, die Detailkriterien variieren geringfügig je Shop. Derselbe Zustand kann bei einem Shop als A-Klasse, bei einem anderen als B-Klasse eingestuft werden. Man muss die Bewertungskriterien-Tabelle jedes Shops prüfen und die Detailformulierungen der Produktbeschreibungen vergleichen. Die B-Klasse eines Shops mit strengen Kriterien kann besser sein als die A-Klasse eines Shops mit lockeren Kriterien.

Kann man auch über 10 Jahre alte Figuren sicher gebraucht kaufen?

Karton- und Zubehörzustand werden durch die Bewertungstabelle bestätigt, aber Farbveränderungen oder Plastikverhärtung sind nicht garantiert. Besonders bei PVC-Material besteht nach über 10 Jahren das Risiko von Weichmacher-Austritt oder Vergilbung. Man sollte in Community-Berichten oder Unboxing-Videos Langzeitlagerungs-Fälle des jeweiligen Produkts suchen und die Materialstabilität je Hersteller vorab prüfen.

Wie sollte man die Bewertungsklasse bei Nutzung von Paketdiensten wählen?

Da Kartonvolumen und Gewicht direkt die Versandkosten beeinflussen, sollte man vor der Klassenwahl die Kartongrößen- (cm) und Gewichtsangaben (g) der Produktseite in den Paketdienst-Gebührenrechner eingeben. Selbst wenn B-Klasse günstiger als A-Klasse ist, kann die Gesamtsumme mit Versandkosten ähnlich werden. Wenn der Karton unwichtig ist, kann man Versandkosten sparen, indem man Shops mit der Option „nur Figur versendbar" sucht.

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Die Bewertungstabelle ist kein Geheimcode, sondern ein Werkzeug. Lassen Sie sich nicht von einem Buchstaben einschüchtern – lesen Sie die nachfolgende Beschreibung und vergrößern Sie die Fotos. Die Gelegenheit, eine vergriffene Oshi wie neu zu empfangen, ist näher als gedacht. Mögen auch heute gute Begegnungen Ihre Vitrine erreichen.

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